now010.com

Das Photographische Online-Magazin über artANDstyle

 

VISUALLEADER 2010 - Das Beste aus Zeitschriften und Internet.

13.03. bis 11.04. - Deichtorhallen Hamburg - Haus der Photographie


25.03. - 10.00 bis 15.30 Uhr - Symposium - SO KREATIV! SO RELEVANT! SO NACHHALTIG!

Wer glaubt noch an Kommunikation, Design und Medien?

Anmeldung nicht erforderlich  / 25 EUR Eintritt

Detail Informationen und Programm zum Symposium >>



Da sind sie wieder!


Die herausragenden Kreationen aus den Print- und Online-Medien des Jahres 2009.

Sie werden zum siebten Mal in den Deichtorhallen Hamburg – im Haus der Photographie - präsentiert. Unter den nominierten werden dann die Gewinner in verschiedenen Kategorien am 25.03. mit den LeadAwards 2010 ausgezeichnet (derzeit finden sich in der Ausstellung unter den Werken also noch keine Kennzeichnungen). Die Ausstellung zeigt ein breites Spektrum visuellen Schaffens, vom Titelblatt, über das Layout von Zeitschriften Strecken und Online-Medien, zu Anzeigenwerbung, und photographischen Produktionen. Hier findet die Ausstellung in der Präsentation auch ihren Schwerpunkt.


Was zeichnete das kreative Jahr 2009 aus?

Schwierige Zeiten für viele Printtitel, die unter rückläufigen Werbespendings besonders zu leiden hatten. Das schmälert den Heftumfang und somit auch den Raum für besondere Kreation – sollte man meinen. Wenn der erste Teil des Satzes auch richtig ist, so kam es wohl trotzdem nicht zur nahe liegenden Konsequenz. Die Jury entdeckte in den gescannten 420 Titeln und Online-Medien (bei diesem Award gibt es ja keine Einreichung von Arbeiten) mehr Herausragendes und so soll es dieses Jahr auch mehr Auszeichnungen geben. Also, schwere Zeiten gleich mehr Engagement der Schaffenden, könnte man zum Ersten resümieren.


Und Kunst und Kommerz sollen dichter zusammengerückt sein, wird von Markus Peichel, dem Vorsitzenden der LeadAcademy angesprochen. Auch der erste Beitrag zum LeadAwards Symposium (am 25.03.) widmet sich diesem Thema: Kunst frisst Kommerz. Referent ist der Künstler Erwin Wurm, der seine bekannten One Minute Sculptures mit Claudia Schiffer für die VOGUE 11/09 umsetzte. Im Programm heißt es dazu „Das geneigte Publikum ist verwirrt: Kunst und Kommerz – die beiden Pole der Kreativität sind längst zerbröselt. Wer zitiert nun wen? Wer verwurstet wen? Wem nutzt es? Und wer leidet Schaden? Ein Streifzug durch den Chiffrenwald der vereinigten Medien- und Kunstwelt.

Beispiele: In der Rubrik Fotografie – Foto des Jahres – findet sich ein im STERN Nr. 27 veröffentlichtes Bild „Toter Vogel“, dass von Chris Jordan stammt – aber es wurde nicht von einer Presseagentur oder gar durch den STERN selbst beauftragt, sondern stammt aus seiner Kunstedition mit insgesamt 34 Photos. So fanden auch Arbeiten von William Egglestone und Nan Goldin über Paris den Weg in das ZEIT MAGAZIN. Aber was soll es – die Bilder der Modefotografen Peter Lindbergh (nominiert für „Liebe, Hass, Wahnsinn / 30 Jahre Vogue“) und Bruce Weber (nominiert für Strecken in KID´S WEAR) hängen ja auch in Galerien. Womöglich ist inzwischen der einzige Unterschied, dass ein Künstler erst die Arbeit schafft und dann auf beeindruckte Abnehmer hofft, während der oben angesprochene Kommerz-Pol der Kreativität den Schaffenden zu seinem Schaffen anregt. Die Bezahlung scheint damit zumindest gewiss.


Ingo Taubhorn, zusammen mit Anke Degenhard, Juryvorsitzender der Hauptkategorie ´Fotografie´, spricht noch eine weitere Entwicklung an: Die Ästhetik des schnellen Bildes verliert an Bedeutung in den Medien – es kommt zu einer Rückbesinnung auf die klassische Techniken.  Sogar die langwierige und teure Großbild-Fotografie findet sich wieder, aber auch traditionell anmutende Serien in Schwarz/Weiss brechen mit den digital  standardisierten Abbildungs- und Wahrnehmungs-Gewohnheiten. Auch der Fotograf Andreas Mühe, mit dem Werk „Angela Merkel“ für QUALITY Nr. 3 vertreten, bestätigt ein Revival des Prozesshaften in dieser schnelllebigen Zeit. Sein Merkel-Porträt lebt von der Großbild-Inszenierung und nicht von Photoshop. „Es geht wieder um echte Fotografie“ meint Andreas Mühe und sieht Photoshop Composings und Weichzeichner-Effekte auf dem Rückzug.


Und dann ist da noch ein Nebenaspekt.

Dabei geht es um die Präsentation von Fotografie. In diesem Jahr hat die Präsentation der fotografischen Werke, wie gesagt, noch einmal etwas zugelegt, auf Raum und Formate bezogen. Da, wo genügend Zeit war, konnte der Fotograf entscheiden, wie er seine Bilder an der Wand zeigt. So findet sich der klassische Glasrahmen neben Fine Art Prints, die direkt mit Klammern an der Wand befestigt sind. Zugegeben, hat das Papier manchmal seinen eigenen Willen, aber die Präsenz der Motive ohne reflektierende ´Glas-Sperrschicht´ gewinnt. Vorausgesetzt der Fine Art Prints braucht nicht die konservatorische Sorgfalt, wie photochemische Abzüge. Vielleicht ein Trend auch für die heimische Wand.


Und noch ein Wort zur Werbung ...

Da ist es, für mein Gefühl, etwas weniger spannend zugegangen.  Tatsächlich erinnert man ja kaum (oder gar keine?) großen Kampagnen mit visueller Präsenz ... Motive mit dem Hingucker-Effekt, es sein denn, es ist mal wieder Underwear-Werbezeit.

Das Spiel der Kreativität findet eher im Kleinen, in spezifischen Medien für spezielle Angebote statt. Draußen geht es immer mehr um Rabatt-Störer  – Angebotslimitierungen und um laut statt schön. So fällt der geneigte Blick auf eine Kampagne für die Modeschöpfungen von HERR VON EDEN aus Hamburg.



Na dann ...! Jetzt ein subjektiver Blick in die Ausstellung >> >>

Mehr Informationen zu den LeadAwards >>


ST Schwanitz


coverPage >>

Impressionen aus der Ausstellung